Bunte Fähnchen wehen im Wind, von fern her sind die Töne einer Drehleier zu hören, und der Duft von frischem Popcorn liegt in der Luft – die Jahrmarkt-Atmosphäre beim Frühlingsfest der Bertha-Hirsch-Grundschule im Rott war einfach perfekt. “In diesem Jahr wollten wir mal etwas anderes ausprobieren. Deshalb haben wir uns für das Thema Markt entschieden”, erklärt Schulleiterin Christine Spiegel-Dumont, die sich als mittelalterliche Adelsdame verkleidet hat. “Wir haben natürlich nicht nur über Jahrmärkte gesprochen.

Auch der mittelalterliche Stadtmarkt wurde in unseren Stunden thematisiert.” So seien die Schüler, die sich an diesem Tag an unzähligen Spielstationen austoben können, bestens informiert. “Der Markt war früher in der Stadt sehr wichtig. Dort haben sich die Leute einen Großteil ihrer Lebensmittel beschafft”, weiß die achtjährige Sila (Klasse 2a), die sich gerade am “Überraschungshaus” von Lehrerin Simone Müller probiert. “Wir dürfen hier an drei Schnüren ziehen. Dann tauchen im Häuschen unterschiedliche Spielkarten auf. Die Augen werden zusammengezählt und ergeben eine Gesamtpunktzahl”, weiß der achtjährige Maxim bestens Bescheid. Denn neben dem Schießstand und dem Dosenwerfen ist das Glücksspiel seine liebste Station. Ein paar Meter weiter sind Mütter und Lehrerinnen gerade dabei, die siebenjährige Nazli zu schminken: “Ich werde eine Hexe – eine böse natürlich”, verkündet sie ganz aufgeregt und zieht ihrer Freundin Melissa (acht Jahre) eine Grimasse.

So gibt es an diesem Tag viele Mitmachaktionen für die Kids, und auch die Eltern können sich am Stand des Lions Club bei Marco Bleß und seinen Helfern über das Konzept “Klasse 2000″ informieren. “Ein ganz besonderes Highlight sind wohl aber Karol Bielecki und Patrick Groetzki”, findet Schulleiterin Spiegel-Dumont und verweist auf die beiden Nationalhandballspieler der Rhein-Neckar Löwen, die für eine Autogrammstunde zum Schulfest gekommen sind. Eine lange Kinderschlange bestätigt diese Vermutung, und auch das väterliche Blitzlichtgewitter regnet immer wieder auf die beiden Sportler herab.

Seiltanz und Balanceakt

Doch dann wird es plötzlich unruhig auf dem Schulhof, dem Platz, auf dem nicht nur eifrig gespielt, sondern auch lecker gegessen und getrunken wird: “Gleich sind wir dran”, ruft ein Mädchen aufgeregt seiner Mutter zu und stürmt in Richtung Sporthalle, wo ihr bereits Heike Marquant von der Zirkus-AG “Paletti” die Tür öffnet. “Unsere zehn Schüler werden gleich eine Seiltanznummer vorführen und auf den Riesenkugeln balancieren”, verrät Marquant, ehe sich die Tür zu den Generalproben erneut schließt.

Nach und nach strömen die Massen zur Sporthalle, und auch der Elternbeirat, der mit einem Großteil der Organisation vertraut wurde, nimmt seine Plätze ein. “Wir hatten etwa zwei Monate Vorlaufzeit. Schön das heute alles so reibungslos über die Bühne geht”, bewertet der stellvertretende Vorsitzende und Papa vom siebenjährigen Maximilian und der sechsjährigen Louisa, Manuel Müller. Und auch Beate Mehner (erste Vorsitzende des Elternbeirats) zeigt sich zu frieden: “Wir hatten heute tatkräftige Unterstützung. Das ist toll.” mpa

© Mannheimer Morgen, Freitag, 18.05.2012